Ernährung und Hunger #1


Hunger… Lust auf Lebenshunger?

Letzte Woche habe ich eine E-Mail von einer Workshop-Teilnehmerin erhalten. Die kreative Teilnehmerin möchte anonym bleiben. Ich darf ihre Kurzgeschichte dennoch hier teilen.

Beim Workshop „Seelen-Hunger“ fragte ich die Teilnehmer: „Was würde denn aktuell über euch auf Wikipedia stehen?“

XY kämpft seit Jahren mit ihrer Diät? XY denkt den ganzen Tag darüber nach, was sie als nächstes essen könnte, aber eigentlich nicht sollte?

Inspiriert durch diesen Wachrüttler schrieb Frau Anonym folgende Kurzgeschichte:

 

„Die meisten Märchen haben den gleichen Aufbau, ein Opfer, einen Täter und einen Retter. In König der Löwen z. B. ist Simba das Opfer, Scar der Täter und die Jugendfreundin die Retterin. Es folgt ein brandneues Märchen, inspiriert durch deinen Vortrag.

Die Naschlade

Es war einmal ein Mädchen (Opfer). Weil ihm den lieben, langen Tag langweilig war, ging es oft zu ihrer Naschlade (Täter), um die darin aufbewahrten Süßigkeiten mit Freude zu genießen. Jedoch durch das ständige Naschen wurden die Kilos immer mehr. Wenn sie mit ihren Freundinnen zusammensaß, jammerte sie ständig: „Ich brauche nur in meine Naschlade hineinzuschauen, schon werde ich dicker“. Diäten und Fastenkuren unterbrachen von Zeit zu Zeit ihren Frust, jedoch von den Süßigkeiten konnte sie nicht mehr die Finger lassen. Die Jahre vergingen und die Naschlade war immer gut gefüllt, sodass das Mädchen auf diesem Gebiet keinen Mangel leiden musste. In ihren besten Jahren überwand sie plötzlich ihre Zuckersucht mit Hilfe des Todes (Retter). Ihr Nachruf enthielt folgende Worte: Sie hatte in ihrem ganzen Leben nichts Besseres zu tun, als einen Kampf mit einer Naschlade zu führen und zu verlieren.“

 

Diese Geschichte ist ein Wachrüttler. Deshalb möchte ich sie heute mit euch teilen. Vielleicht möchte sich der ein oder andere die Frage stellen „Was würde denn aktuell über mich auf Wikipedia stehen?“ Fakt ist, was wir bis jetzt erlebt und wahrgenommen haben, ist das Ergebnis unserer bisherigen Gedanken.

Als nächstes kann man sich die noch viel wichtigere Frage stellen: „Was soll in den nächsten 10/20/30 Jahren über mich auf Wikipedia stehen?“

Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, aufzuwachen und sich mutig zu fragen, in welche Lebensbereiche will ich meine Energie stecken? Möchte ich weitermachen wie bisher oder tatkräftig neue Ideen umsetzen? Welche Bereiche sollen bleiben, welche weichen? Möchte ich mehr Platz für Kreativität, Selbstfürsorge, Erlebnisse, Erfolge und Visionen schaffen?

Wann bin ich aufgewacht?

Jetzt wird’s mal persönlich. Vor 5 Jahren beendete ich eine langjährige Beziehung. Wir hatten ein traumhaftes Haus in einer herrlichen Lage, einen Hund, waren verlobt, auch Kinder waren bereits geplant… apropos Plan. Alles verlief „nach Plan“. Doch manchmal steigt man aus. Man hört auf das Bauchgefühl. Diese Entscheidung habe ich nie bereut.

Das war mein erstes Erwachen.

Nach der Trennung veränderte sich so einiges. Kein Zuhause mehr, keinen Partner mehr, kein Hund mehr, kein Kuscheln mehr, keine Zweisamkeit mehr… Ich zog sogar vorübergehend wieder bei meinen Eltern ein. Mir blieb eines: MEIN KÖRPER. Ich verlor so viele Dinge in meinem Leben, die mir Halt und Sicherheit gaben, dass ich nach etwas suchte, worin ich diese Sicherheit wieder fühlen konnte. So begann mein Körper immer wichtiger zu werden. Ich aß „extrem gesund“ und hatte eine Art Liste im Kopf mit gesunden und ungesunden Lebensmitteln. Ich verlor dabei das Gefühl für meinen Körper. Ich achtete nicht auf mein Hunger- und Sättigungsgefühl und fragte mich auch nicht, was mir jetzt guttun würde. Nein, ich aß nach meinen inneren Regeln. Alles nur für meine „Gesundheit“. Das ging etwas ein Jahr so...

Dann erwachte ich ein zweites Mal.

Irgendwann bin ich tatsächlich aufgewacht und habe mein Körperbewusstsein zurückerobert. Schritt für Schritt. Heute achte ich auf die Signale meines Körpers und auf meine Gefühle. Es gibt keine Verbote und Listen mehr. Ja, ich esse nach wie vor „gesund“. Gesund ist für mich, was MIR guttut. Das, wonach MEIN Körper verlangt.

Was wird über mich auf Wikipedia stehen?

Sie hat auf ihr Bauchgefühl gehört. :-) PS: Dazu gehört auch der echte Hunger. ;-)

Wie wird dein Wikipedia-Artikel aussehen?

Viel Spaß beim Grübeln und alles Liebe

Christina

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